Christuskirche

Die evangelische Christuskirche war vormals Klosterkirche der mit der Durchführung der Gegenreformation betrauten Kapuziner (Gundsteinlegung 1674, Einweihung 3. Oktober 1677).

1802 mussten die Kapuziner im Zuge der Säkularisation Neumarkt verlassen. Die Gebäude des Klosters wurden 1804 versteigert, die Klosterkirche in drei Scheunen und Wirtschaftsgebäude aufgeteilt.

Im frühen 19. Jahrhundert fanden evangelische Bürger aus Franken und aus dem „Landl“ wieder Heimatrecht in Neumarkt. Es waren vor allem Kaufleute und Soldaten des Chevauxlegerregiments und ihre Familien. Zu Gottesdienst und Abendmahl hatten sie einen dreistündigen Fußweg bis nach Sulzbürg.

Die damals 140 Gemeindemitglieder ergriffen selbst die Initiative zur „Schaffung eines Gottesdienstlokales“. 1854 konnte der mittlere Teil der ehemaligen Kapuzinerklosterkirche erworben werden und durch Spenden zu einem Gottesdienstraum umgebaut werden. Nach mehr als 230 Jahren fand bei der Einweihung am 16. Dezember 1855 wieder ein evangelisch-lutherischer Gottesdienst in Neumarkt statt.

Durch den raschen Anstieg der Zahl der Gemeindemitglieder wurde eine Erweiterung notwendig. So konnte der westliche Teil der ehemaligen Klosterkirche, die sog. Kornburger Scheune und das König’sche Häuschen erworben werden. Dank zahlreicher Spenden (vor allem durch den Verkauf des „Neumarkter Predigtbuches“) erhielt die Kirche einen Turm mit drei Glocken. Altar und Eingang wurden in Ost-West-Richtung verlegt. Die 2. Einweihung fand am 31. August  1862 statt.

Nachdem 1936 das an die Kirche angebaute Haus „Im Kloster 9“ (Ostteil der ehemaligen Klosterkirche) gekauft werden konnte, wurde „der Schlussstein im Kirchenbau Neumarkt gesetzt“. Der Chor wurde zu einem Viertel mit der Kirche verbunden und zu drei Vierteln zum sog. Kirchsaal, WC, Garderobe, Sakristei, einer 3-Zimmer-Wohung im 1. Stock und einem Zimmer im 2. Stock ausgebaut. Den Chorraum schmückt ein Lindenholz-Kruzifix des Münchener Künstlers Helmut Ammann. Auf der Empore wurde eine neue Steinmeyer-Orgel aufgestellt. Altar und Kanzel aus rotem Nürnberger Sandstein stiftete der Neumarkter Apotheker Karl Speier. Die dritte Einweihung durch Landesbischof Meiser fand am 16. Oktober 1938 statt.

Im 2. Weltkrieg mussten zwei der drei Glocken für Kriegszwecke abgeliefert werden. 1945 erlitt der Kirchturm durch Bomben und Granaten Beschädigungen: Kirchendach, -fenster und Orgel wurden schwer getroffen.

1952 wurden die Schäden behoben. Der Kirchturm wurde nach Plänen von Architekt Georg Engel bis zum Kranz abgetragen, das Fundament vergrößert und der Turmhelm in der heutigen Form aufgebaut. 1953 fand die Weihe der vier neuen Glocken statt. Seit 1956 erinnern im Vorraum der Kirche Gedenktafeln an die Gefallenen der beiden Weltkriege.

1985 wurde die Tradition des Kirchweihsonntags wieder aufgenommen und dem Gotteshaus zur 130-Jahr-Feier der Name „Christuskirche“ verliehen.

1986 erhielt die Kirche einen Bildteppich „Werke der Barmherzigkeit“ und 1987 die Buntglasfenster „Ostern“ und „Pfingsten“ – entworfen von dem Künstler Helmut Münch, Ebrantshausen.

1995 wurde eine neue Orgel der Firma Eule, Bautzen eingeweiht.

Es folgten ab 2000 Dornbuschleuchter, Lesepult, Kerzenständer, gefertigt von Hans Hahn, Winkelhaid.


 

Unsere Kirche ist offen:
Täglich von 10 – 16 Uhr

Ruhe finden, beten - ein hohes Gut