Die Predigt hielt Vikarin Rebecca Balthasar selbst – und wählte für ihren Abschied ein Thema, das sichtlich auch persönlich nachwirkt: die Frage nach Wundern. "Wer nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist. Wer nur an Wunder glaubt, ist auch keiner", so ihre Aussage. Anhand biblischer Heilungsgeschichten – Blinde sehen, Lahme gehen – zeigte sie, dass Jesus in der Bibel an keinem Menschen vorbeigeht. Doch auch er konnte nicht alle heilen. "Manchmal gibt es kein Wunder", sagte Balthasar. Schattenseiten gehörten zu jedem Leben, so wie auch Jesus Leid und Schmerz nicht aus dem Weg gegangen sei.
Trotzdem bleibe eine Gewissheit, so die Vikarin: Gott kenne unser Leid, könne es nachempfinden und uns tragen. "Es mag zwar das Wunder fehlen, aber Gott fehlt nie."
Bemerkenswert war auch ein zweiter Gedanke ihrer Predigt: Anders als es heute oft geschieht – etwa wenn nach einem Burnout gefragt wird, ob man nicht einfach weniger hätte arbeiten sollen –, interessiert sich Jesus nicht für die Schuldfrage seiner Jünger. Die Ursache zu suchen sei wichtig, so Balthasar, die Frage nach dem Warum aber nicht. Stattdessen richte Jesus den Blick nach vorne: "Es ist nicht wichtig, was war, sondern wie es sein wird." Dieses Modell nannte sie Hoffnung – es gebe Licht in der Dunkelheit.
Mit dem Gottesdienst endet die Zeit von Rebecca Balthasar als Vikarin in der Kirchengemeinde Neumarkt. Wir danken ihr für ihre Zeit bei uns und wünschen ihr für den weiteren Weg alles Gute und Gottes Segen.
